Tendomyopathie: Weichteilrheuma oder Fibromyalgie
Eine sehr außergewöhnliche Erkrankung ist die Tendomyopathie. Weichteilrheuma und Fibromyalgie wird die generalisierte Tendomyopathie ebenfalls genannt. Hinter diesem schwer auszusprechenden Namen verbirgt sich eine unspezifische Sehnen-Erkrankung, bei der Muskeln und Sehnen schmerzen. Nach Schätzungen leiden bis zu zwei Millionen Menschen in Deutschland an diesen Symptomen, die zu einer erheblichen Belastung im Alltag führen.Die Symptome sind dabei äußerst unspezifisch. Überall punktuell auftretende Schmerzen, Schlafprobleme, Kopfschmerzen, Probleme mit dem Verdauungstrakt und eine schnell auftretende Müdigkeit sind Anzeichen, die zunächst schwer einzuordnen sind, aber auf Tendomyopathie hinweisen können. Der Dauerschmerz führt dann zusätzlich zu einer enormen psychischen Belastung, die sogar in depressiven Stimmungen münden kann. Aus dieser Gesamtverfassung heraus muss der Betroffene immer wieder mit Schmerzattacken rechnen, die sein Wohlbefinden erheblich beeinflussen.
Die Symptome führen insgesamt zu einer mangelnden Leistungsfähigkeit, die einer rheumatischen Erkrankung ähnelt, weshalb Tendomyopathie auch Weichteilrheumatismus genannt wird. Betroffen sind vor allem Menschen im Alter zwischen Mitte 30 und Mitte 50. Unter diesen leiden Frauen sehr viel häufiger an den Symptomen als Männer.
Tendomyopathie ist schwer zu diagnostizieren und kann deshalb zu Fehleinschätzungen der Symptome führen. Sogar ein Simulieren der Patienten wird von manchen Ärzten vermutet. An verschiedenen Druckpunkten lässt sich die Erkrankung durch schmerzende Muskeln und Sehnen aber nachweisen bzw. einordnen. Hier zeigen sich durchaus auch tastbare Verhärtungen.
Die Therapie hängt vom Fachwissen des Arztes ab und beinhaltet meistens physiotherapeutische und wegen der Krankheitsbelastung auch psychotherapeutische Ansätze. Eine Heilung ist eher selten, denn auch bei einem guten Heilungsverlauf kann es immer wieder zu akuten Rückfällen kommen.